Dienstag, 14. Oktober 2008

Mein Wort zum Film...

Weihnachten, das Fest der Liebe wie es jeder kennt - oder doch nicht ?
Ruggero Deodato (Cut & Run; Mondo Cannibale 2) entführt uns in ein erschreckendes Szenario von Gewalt, Sex und Kriminalität, in der wohl besinnlichsten Zeit ded Jahres. 

Im Mittelpunkt dieses filmischen Höhepunktes seitens Deodato, stehen die beiden Protagonisten Alfredo (Marc Porel) und Antonio (Ray Lovelock). Beide sind Draufgeher wie sie im Buche stehen, Mitglieder einer Spezialeinheit und haben immer einen extracoolen Spruch auf den Lippen. Verbrechen vereiteln sie auf ihre Art und Weise, was in den meisten Fällen tödlich für ihre Widersacher endet. Doch im Grunde verfolgen beide nur ein Ziel, nämlich dem Mafiaboss Roberto Pasquini das Leben zur Hölle zu machen.

Über die Darsteller erfährt man nicht wirklich viel, und somit kann man sich zu Beginn kaum mit ihrer Situation identifizieren. Erst ende der ersten Filmhälfte erfährt man dass sie Mitglieder der besagten Spezialenheit sind und Undercover arbeiten. Ferner wird einem nach und nach verdeutlicht, dass es zum "Entspannen" gerne mal eine Frau als Appetithappen sein darf, natürlich brüderlich geteilt.

Wie bereits erwähnt wählen die "Eiskalten Typen auf heißen Öfen" auf ihrem Siegeszug nicht gerade immer die sanfteste Art ihre gegnerische Partei aus dem Weg zu schaffen, und so wird der eiskalte, geradezu geschmaklose Tod einer Frau zu Beginn des Filmes mit einer Methode gesühnt, die für das Gesetz mehr als nur untypisch, ja fast unerdenklich ist.

Doch hier sticht wieder ganz deutlich Deodatos Markenzeichen in den Vordergrund, gezielte und dramatische Provokation.
Dieses filmische Merkmal findet man in seinem Filme "Cut & Run" aber auch in "Nackt und Zerfleischt".
"Eiskalte Typen" darf somit in der Hinsicht verwundern, da es Deodatos einziger Beitrag des italienischen Poliziottos ist, und er alle seine filmischen Erfahrungen die er in seiner bisherigen Filmografie sammeln konnte, hier verarbeitet und geschickt verpackt.

Hervorzuheben ist ganz klar die Kameraführung. Wer seine filmischen Beiträge aus dem Horror-Bereich kennt, wird hier definitiv Parallelen erkennen, auch von der Farbgebung her. Die filmische Ausführung wird von der Musik seitens Ubaldo Continiello perfekt unterstrichen. Hier finden sich typische 70er Sounds die deutlich Soul-Funk und Jazz-Einflüsse zu verzeichnen haben.

Was man Deodato und dem Film ebenso nicht absprechen darf ist die Wahl der weiblichen Charaktere. Diese sind in der Tat als wahrlicher "Augenschmaus" zu bezeichnen, mein Augenmerk liegt hier vor Allem auf Sofia Dionsino, die die Schwester des Mafiabosses Pasquini perfekt verkörpert.

Einzig in der Story muss man kleine Abstriche machen, da diese etwas unausgegoren wirkt und in einigen Szenen nicht wirklich überzeugen kann. Dies zerstört jedoch keineswegs die herrliche Stimmung die während des Films aufkommt.

Wenn man nun all diese Elemente (Frauenaufreißer, Sprücheklopfer, Gewaltverherrlichende Polizisten) zusammenzählt kommt man euf einen Nenner. "Eiskalte Typen auf heißen Öfen" lässt definitiv leichte Seitenausbrüche verzeichnen, welche in der heutigen Zeit klar als asozial bezeichnet werden würden.Wer aber das italiensche Kino kennt weiß dass hier oft auf Tabu oder Skandal gesetzt wird, und so wird jeder eingefleischte Italo-Freak "Eiskalte Typen auf heißen Öfen" aufs Ganze Loben. Einige vielleicht mehr, andere weniger, mich hat der Film auf ganzer Linie überzeugt.

Somit ist und bleibt Deodatos Genrebeitrag die Nr.1 in meiner Poliziotti-Hitliste, und bekommt volle 5 von 5 Punkte !

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